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Glossar

Die allgemeine Universitätsreife gilt als Zugangsberechtigung zu einem ordentlichen Studium. Diese kann auf unterschiedlichen Wegen erreicht werden. Die quantitativ bedeutendste in Österreich ist die Reifeprüfung bzw. Matura. Zudem werden andere formale Abschlussurkunden, wie z.B. ausländische Reifeprüfungszeugnisse oder Urkunden über den Abschluss eines mindestens dreijährigen Studiums an einer anerkannten inländischen oder ausländischen Bildungseinrichtung anerkannt. Des Weiteren kann die allgemeine Universitätsreife durch das Ablegen einer Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung erlangt werden.

Anerkennung (früheren Lernens) bedeutet, dass beim Zugang die – im Wege der formalen Bildung oder durch non-formales oder informelles Lernen – erzielten Lernergebnisse validiert werden.

Anrechnung bedeutet, dass bereits erbrachte Leistungen gutgeschrieben und nicht nochmals erbracht werden müssen. Das kann zu einer Studienzeitverkürzung oder Studienentlastung führen. Hierbei ist Studienzeit zu verstehen als „jeder Bestandteil eines Hochschulprogramms, der beurteilt und für den ein Nachweis ausgestellt wurde und der, obwohl er allein kein vollständiges Studienprogramm darstellt, einen erheblichen Erwerb von Kenntnissen oder Fähigkeiten mit sich bringt“. Die Anerkennung von Prüfungen gemäß § 78 UG sowie die Anerkennung nachgewiesener Kenntnisse gemäß § 12 Abs 1 FHStG  entsprechen also hier begrifflich der Anrechnung.

Anrechnung der Tätigkeit als StudierendenvertreterIn: Tätigkeiten als StudierendenvertreterIn bei Modulen, die soziale Kompetenzen oder Soft Skills vermitteln, können die vorgesehenen ECTS-Kreditpunkte verringern und somit eine Anrechnung informell erworbener Kompetenzen ermöglichen. Über das Ausmaß der Reduktion entscheidet das für die studienrechtlichen Angelegenheiten zuständige Organ.

Berufsreifeprüfung: Mit der Berufsreifeprüfung wurde ein Weg geschaffen, Personen ohne Matura den Zugang zum Hochschulstudium zu ermöglichen. Zielgruppe der Berufsreifeprüfung sind AbsolventInnen des dualen Systems (mit Lehrabschlussprüfung), AbsolventInnen von mindestens dreijährigen mittleren Schulen, von Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege oder von Schulen für den medizinisch-technischen Fachdienst. Inhalte und Umfang der Berufsreifeprüfung sind gesetzlich festgelegt. Die Berufsreifeprüfung wird an einer öffentlichen oder mit Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten höheren Schule abgelegt. Die Berufsreifeprüfung stellt somit ein Instrument dar, zuvor erworbene Kompetenzen anzuerkennen, die Zulassung ist jedoch auch an formal nachweisbare Qualifikationen (z. B. Lehrabschlussprüfung, Facharbeiterprüfung etc.) gebunden.

Formales Lernen bezeichnet einen Lernprozess, der in einem organisierten und strukturierten, speziell dem Lernen dienenden Kontext stattfindet und typischerweise zum Erwerb einer Qualifikation, in der Regel in Form eines Zeugnisses oder eines Befähigungsnachweises führt; hierzu gehören Systeme der allgemeinen Bildung, der beruflichen Erstausbildung und der Hochschulbildung.
Daraus ergibt sich, dass dieses Lernen eher fremdgesteuert, durch curriculare Vorgaben geregelt und mit festen Abschlüssen versehen ist.

Informelles Lernen bezeichnet einen Lernprozess, der im Alltag – am Arbeitsplatz, im Familienkreis oder in der Freizeit – stattfindet und in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung nicht organisiert oder strukturiert ist; es ist aus Sicht des Lernenden möglicherweise nicht bewusst intendiert; Beispiele für durch informelles Lernen erzielte Lernergebnisse sind Fähigkeiten, die man sich durch Lebens- und Berufserfahrung aneignet, wie die am Arbeitsplatz erworbene Fähigkeit, ein Projekt zu leiten, oder IKT-Fertigkeiten, während eines Auslandsaufenthalts erworbene Sprachkenntnisse oder interkulturelle Fähigkeiten, außerhalb des Arbeitsplatzes erlangte IKT-Fertigkeiten sowie Fähigkeiten, die durch freiwillige, kulturelle oder sportliche Aktivitäten, Jugendarbeit oder Tätigkeiten zu Hause (z. B. Kinderbetreuung) erworben wurden.
Daraus ergibt sich, dass diese Art von Lernen nicht unbedingt gesteuert und planvoll erfolgt und sich auch nicht bewusst vollziehen lässt.

Non-formales Lernen bezeichnet einen Lernprozess, der im Rahmen planvoller Tätigkeiten (in Bezug auf Lernziele und Lernzeit) stattfindet und bei dem das Lernen in einer bestimmten Form unterstützt wird (z. B. im Rahmen des Verhältnisses von Lehrenden und Lernenden); es kann Programme zur Vermittlung von im Beruf benötigten Fähigkeiten, für die Alphabetisierung von Erwachsenen und die Grundbildung für Schulabbrecherinnen und Schulabbrecher umfassen. Ausgesprochen typische Beispiele für nichtformales Lernen sind die innerbetriebliche Weiterbildung, mit der Unternehmen die Qualifizierung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbessern, etwa im Informations- und Kommunikationstechnologiebereich (IKT-Bereich), strukturiertes Online-Lernen (z. B. durch Nutzung offener Bildungsressourcen) und Kurse, die Organisationen der Zivilgesellschaft für ihre Mitglieder, ihre Zielgruppen oder die Allgemeinheit organisieren.
Daraus ergibt sich, dass dieser Lernprozess eher selbstgesteuert vollzogen wird, da das Individuum mitentscheidet, zu welchem Zeitpunkt und in welchem Ausmaß es Lernprozesse selbst organisiert – ob formal oder informell – und vollzieht.


Studienberechtigungsprüfung: Die Studienberechtigungsprüfung vermittelt eine eingeschränkte Studienberechtigung für bestimmte Studienrichtungsgruppen an öffentlichen Universitäten oder Studien an FH-Studiengängen bzw. für die Zulassung zu Studien an Pädagogischen Hochschulen. Die Studienberechtigungsprüfung wird an den öffentlichen Universitäten bzw. an den Pädagogischen Hochschulen abgelegt. Privatuniversitäten sind berechtigt, eine der Studienberechtigungsprüfung vergleichbare Zulassungsprüfung für Studienbewerberinnen und Studienbewerber ohne Matura durchzuführen, wenn das Studium an der betreffenden Privatuniversität erfolgt.

Validierung bezeichnet ein Verfahren, bei dem eine zugelassene Stelle bestätigt, dass eine Person die anhand eines relevanten Standards gemessenen Lernergebnisse erzielt hat und umfasst folgende vier Einzelschritte:
1. Identifizierung der besonderen Erfahrungen einer Person im Wege eines Gesprächs;
2. Dokumentierung, um die Erfahrungen der Person sichtbar zu machen;
3. formale Bewertung dieser Erfahrungen;
4. Zertifizierung der Ergebnisse der Bewertung, die zu einer teilweisen oder vollständigen Qualifikation führen kann.

Zugang (zur Hochschulbildung) bezeichnet das Recht qualifizierter Kandidatinnen und Kandidaten, sich für die Zulassung zur Hochschulbildung zu bewerben und in Betracht gezogen zu werden.

Zulassung (zu Hochschuleinrichtungen und -programmen) beschreibt den Vorgang oder das System, qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern zu gestatten, das Hochschulstudium an einer bestimmten Einrichtung und/oder in einem bestimmten Programm aufzunehmen.